Winterschwimmen Neckar / Remseck 11.01.2009

 

Wasserratten nehmen Neckar in Besitz

Wagemutige Gestalten tummelten sich gestern wieder im Neckar zwischen Neckarrems und Hochberg: Dort veranstaltete die DLRG-Ortsgruppe Ludwigsburg ihr traditionelles Winterschwimmen. In diesem Jahr war es deutlich kälter als in den vergangenen Jahren – dennoch trauten sich 113 Teilnehmer den Sprung in die eisigen Fluten zu.

Die arktischen Klimaverhältnisse der vergangenen Wochen hatten dafür gesorgt, dass sich die Wassertemperatur auf 1,5 Grad abgekühlt hatte – im vergangenen Jahr waren es noch fünf Grad gewesen. Das hinderte 113 Wasserratten nicht daran, sich am Hechtkopf in Neckarrems in die eisigen Neckarfluten zu stürzen.

Auch Dirk Sittard aus Gäufelden steht am Zusammenfluss von Rems und Neckar und wartet auf den Startschuss. Er geht bereits zum vierten Mal beim Winterschwimmen an den Start. Ursprünglich schwamm er für die Bosch-Tauchsportgruppe. „Daraus haben sich dann die Sportfreunde Vogelsang entwickelt“, erklärt Sittard. Er schätzt, dass er etwa eineinhalb Stunden für die 3,5 Kilometer lange Strecke zwischen Neckarrems und dem DLRG-Wasserrettungszentrum im Gewerbegebiet Schießtal brauchen wird – doch das ist für ihn Nebensache: „Wir wollen gar nicht gewinnen, dabei sein ist alles.“

Auch für die meisten anderen Teilnehmer stand eher der Spaß- als der Leistungsfaktor im Vordergrund, und so fanden sich auch Wikinger, Schlümpfe und Killerwale unter den Schwimmern. Die Veranstaltung ist längst über die Kreisgrenzen hinaus bekannt – eine Delegation der DLRG Weimar wurde als am weitesten gereiste Gruppe ausgezeichnet.

Gestern zog das Winterschwimmen etwa 1000 Besucher an. „Bei der Organisation werden wir von zahlreichen Hilfsorganisationen aus dem Landkreis unterstützt. Der ABC-Zug der Feuerwehr Ludwigsburg etwa stellt beheizte Zelte und eine Warmwasseranlage zur Verfügung“, sagte Stefan Lob, Vorsitzender des DLRG-Bezirks Ludwigsburg. Um die 100 ehrenamtlichen Helfer sorgen für einen reibungslosen Ablauf.

Für einige Teilnehmer erwies sich die Kälte dann doch als Problem – im Ziel kamen nur 93 Starter an. Der Langsamste kam nach fast zwei Stunden ins Ziel. Deutlich schneller war Martin Tschepe vom Schwimmverein Ludwigsburg, der die Strecke in 35 Minuten zurücklegte. „Die ersten zwei Kilometer waren kein Problem, dann gab es aber immer mehr Eisschollen“, so Tschepe. Eine kleine Schramme über seinem Auge zeugt von der unfreiwilligen Bekanntschaft mit dem „Packeis“. Welche Eigenschaften ein Eisschwimmer haben sollte? „Man muss sportlich sein – und ein bisschen verrückt wahrscheinlich auch.“ Am schwierigsten sei der Moment vor dem Start. „Wenn der Bürgermeister dann noch eine lange Rede hält, wird man schon ein bisschen nervös“, sagt Tschepe.

Die Auszeichnung für die originellste Verkleidung ging an die Abteilung der Sporttaucher-Gemeinschaft Schwaben-Ostfildern, die in einer nordisch anmutenden Verkleidung und mit einem Wikingerboot an den Start gingen. „Wir kommen immer wieder wegen der guten Stimmung zum Winterschwimmen“, sagt „Wikinger“ Detlev Schanze.

Der Pokal für besondere Leistungen ging ebenfalls an die Gäste aus Weimar: Sie hatten aus einem Trabbi ein DLRG-Einsatzauto nachgebaut, das sie gemeinsam durch den Neckar zogen.

Frank Klein

Quelle: Ludwigsburger Kreiszeitung vom 12.01.2009

 
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